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Züchterfibel |
Folgende Faktoren spielen bei der Haltung eine wichtige Rolle:
2.1 Der DeckzeitpunktIm Jahreswechsel: Im Rosseverlauf: In der Fohlenrosse: Nach einer Bedeckung sind manche Stuten bereits nach 8 – 10 Tagen wieder in Rosse, zeigen also keinen 21-Tage-Zyklus. Durch sorgfältige Beobachtung der Stute in diesem Zeitraum kann man diese Rosse für eine neue Belegung nutzen!
Stuten sollten in Zuchtkondition sein, d.h. weder übermässig fett noch zu dünn. Fette Stuten sollten zu Beginn der Winterfütterung abgespeckt werden und bis zum Jahreswechsel Zuchtkondition erreicht haben. Einwandfreie Qualität aller Futtermittel ist Grundbedingung in der Pferde-Ernährung. Kontrolle der Zähne einmal jährlich (z. B. beim Impftermin) fördert die optimale Verwertung des Futters. Eine Eiweiss-Überfütterung ist zu vermeiden, sie belastet den Soffwechsel (Leber und Niere). Die Mineralstoff- und Vitamin-Versorgung sichert ein Mineralfutter. Beta-Karotin wird für die Funktion der Eierstöcke benötigt, ist aber im Heu nach dem Jahreswechsel nicht mehr ausreichend vorhanden. Frisches Gras und Grassilage enthalten ausreichend Beta-Karotin. Zur Aktivierung der Eierstöcke kann ab März ein sog. „Flushing“ durchgeführt werden, d.h. eine Erhöhung der Energie- und Beta-Karotin-Zufuhr über 6 – 8 Wochen: Energie: zusätzlich zur normalen Ration 1 kg Körnermais oder zusätzlich zur normalen Ration 0,5 kg Körnermais und 200 ml Speiseöl. Beta-Karotin: mind. 500 mg pro Tag, erreichbar über spezielle Zusatzfuttermittel. Diese Massnahme ist nur sinnvoll und wirksam bei Stuten, die nicht zu fett sind. Stuten im Fellwechsel zeigen im Frühjahr oft noch keinen regelmässigen Zyklus; Fütterung von Mineralfutter, Leinsamen und Bierhefe unterstützen den Fellwechsel.
Sonnenlicht (Tageslichtlänge) beeinflusst die Aktivität der Eierstöcke der Stute positiv, also das Einsetzen des Zyklus im Frühjahr, sowie den Fellwechsel. Frische Luft, Sonne, Klimareize, Gesellschaft und viel ruhige Bewegung über den ganzen Tag sind wichtige Voraussetzungen für eine Trächtigkeit bei Zuchtstuten. Untersuchungen haben ergeben, dass Stuten, die in Gruppen gehalten werden, höhere Trächtigkeitsraten haben, als Stuten in Einzelhaltung. Regelmässiger, ausführlicher Kontakt zu einem Hengst stimuliert die Stute während der Rosse – geduldiges Probieren ist Teil guter Belegungs-Praxis (Wir haben hierfür einen eigenen Probierhengst). Bewegung fördert den Stoffwechsel von Stute (geregelte Verdauung, aktive Eierstöcke, gute Muskulatur) und Fohlen (straffe Bänder und Sehnen, feste Hufe, Wachstum). Ein sogenanntes "Lichtprogramm", das im November beginnt, kann den Beginn der Rosseaktivität der Stute im Frühjahr vorverlegen – für Züchter, die frühe Fohlen haben möchten.
Tägliche Sauberkeit, geringe Staubbelastung und regelmässige Desinfektionsmassnahmen sind Teil guter Stallhygiene. Korrekte Weidepflege mit Nachmähen, Abschleppen und Düngen hält den Wurmbefall der Pferde in Grenzen. Entwurmen: Fohlen sind 2 Wochen und 6 Wochen nach der Geburt und danach alle 2 Monate zu entwurmen, bis sie ein Jahr alt sind; später 3 – 4 Mal im Jahr. Entwurmen der Stute am Tag der Geburt verhindert den frühen Wurmbefall des Fohlens, so dass das Fohlen die ersten Wurmkuren erst im Alter von 4 Wochen und 2 Monaten bekommen muss. Untersuchung einer Kotprobe auf Wurmbefall einmal jährlich ist eine notwendige Kontrolle der Entwurmungs-Massnahmen. Impfungen: Stuten, die keinen Herpes-Impfschutz haben, im 3./4. Monat und 7./8. Monat der Trächtigkeit gegen virusbedingtes Verfohlen (Virusabort) impfen. Fohlen sind ab dem 5. Monat gegen Tetanus und Influenza 2 mal im Abstand von 4 – 8 Wochen und ein 3. Mal nach einem halben Jahr zu impfen (Grundimmunisierung), danach weiter nach Angaben des Impfstoffherstellers.
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© 2007 Gestüt Rütimann, Madeleine & Werner Rütimann, CH-9467 Frümsen-Sax |
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